Fabia L.

Fabia Lardi: Von der Lernenden zur Botschafterin

Seit 2024 ist die Bündner Köchin Fabia Lardi Mitglied der Schweizer Junioren-Kochnationalmannschaft. 

Im Gespräch mit GastroGraubünden erzählt sie, wie es dazu kam, was sie antreibt – und weshalb ein Salami-Brötchen mehr sein kann als nur ein Snack.

Fabia ist gelernte Köchin EFZ und engagierte sich bereits früh bei der Nachwuchskampagne GastroStory von GastroGraubünden. Mit ihrer Aufnahme in die Schweizer Junioren-Kochnationalmannschaft ist sie ein eindrückliches Beispiel für den erfolgreichen Berufsnachwuchs in der Gastronomie. Sie zeigt, welche Chancen unsere Branche bietet: für junge Talente, die mit Leidenschaft, Ehrgeiz und Teamgeist ihren Weg gehen wollen.

Fabia, wie wurdest du Teil der Schweizer Junioren-Kochnationalmannschaft?

Das kam ganz überraschend. Ein Jahr nach meiner Lehre rief mich mein ehemaliger Berufsschullehrer an und bat um meinen Lebenslauf. Wenig später wurde ich vom Nationalcoach kontaktiert und zu einem Gespräch eingeladen. Kurz darauf war ich Teil des Teams – ein unglaubliches Gefühl!

Was bedeutet dir diese Aufnahme?

Sehr viel. Ich bin stolz, meine Leidenschaft und mein Land vertreten zu dürfen. Und ich finde es schön, dass ich zeigen kann: Mit einer Lehre kann man weit kommen – wenn man will. Viele hatten mir früher gesagt, ich solle studieren, eine Lehre sei zu wenig. Heute weiss ich: Es war genau der richtige Weg für mich.

Wie bereitet ihr euch auf Wettbewerbe wie den Culinary World Cup 2026 vor?

Wir trainieren regelmässig gemeinsam, testen Rezepte und kochen bei Events für unsere Sponsoren. So lernen wir mit jedem Durchgang dazu. Unser Ziel: In Luxemburg auf dem höchsten Niveau abliefern. Danach folgt die Olympiade der Köche – aber Schritt für Schritt.

 

Was bedeutet für dich Genuss?

Essen ist für mich weit mehr als nur Nahrung – es ist eine Erfahrung. Ich liebe es, wenn mich ein Geschmack überrascht: etwas Unerwartetes, etwas, das ich noch nie probiert habe. Das inspiriert mich als Köchin enorm. Aber genauso wichtig ist für mich das gemeinsame Erleben: Ich könnte stundenlang am Tisch sitzen – mit Freund:innen oder auch mal mit Fremden – essen, reden, lachen, Zeit teilen. Das ist fast mein Lieblingssport: sitzen und geniessen bei gutem Essen und guten Gesprächen.

Genuss bedeutet für mich auch, die Geschichte hinter einem Gericht zu kennen. Ein scheinbar simples Salami-Brötchen kann unglaublich viel bedeuten: Mein erstes eigenes Sauerteigbrot, das ich mit einem 30-jährigen Starter gebacken habe, belegt mit einer Salami, die ich zusammen mit meinen Eltern hergestellt habe – aus Fleisch von Tieren aus unserem Dorf. Ich kenne den Bauern, den Metzger, die Salami hing im Keller meiner Grosseltern. So wird ein Brötchen zur echten Erinnerung, zur Emotion. Genau das ist für mich echter Genuss.
 

Was braucht es, um Köchin oder Koch zu werden?

Vor allem Teamgeist, Ausdauer und Freude am Tun. Eine Küche ist wie ein Mannschaftssport – man gewinnt und verliert nur gemeinsam. Und man muss bereit sein, an sich zu arbeiten.
 

Hast du ein Vorbild?

Mich inspiriert weniger eine einzelne Person – eher das Produkt, der Geschmack, das Kochen selbst. Aber ich bewundere Köchinnen und Köche wie Tanja Grandits, Rebecca Clopath oder Andreas Caminada. Und mein grösstes Vorbild im Alltag sind meine Eltern – wegen ihrer Herzlichkeit und Verbundenheit im Familienbetrieb.

Was sind deine beruflichen Ziele und Träume?

Mein Traum ist es, mich einmal im Ausland inspirieren zu lassen. Ich möchte Erfahrungen sammeln, neue Küchenstile entdecken und mein Wissen erweitern. Gleichzeitig kann ich mir vorstellen, irgendwann in unserem Familienbetrieb mehr Verantwortung zu übernehmen oder etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wichtig ist mir, dass ich mit Herzblut dabei bin und Freude am Beruf habe.

Fabias Geschichte zeigt, welche Chancen Gastronomie und Hotellerie bieten. Sie ist nicht nur ein Vorbild für junge Berufsleute, sondern auch eine authentische Botschafterin für unsere Branche. Eine, die mit Herzblut dabei ist, die gerne Verantwortung übernimmt – und die andere ermutigt, ihren Weg zu gehen.

GastroGraubünden gratuliert Fabia herzlich zu diesem Erfolg. Wir sind stolz, junge Menschen wie sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Jetzt die Folge der Gastro Story mit Fabia Lardi ansehen:

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