23. Forum für Lernende: Zwischen Genuss und Abhängigkeit
Rund 100 Bündner Lernende sprechen über Sucht und Konsum
08. September 2026 - Wann wird aus Genuss Gewohnheit – und wann aus Gewohnheit Abhängigkeit? Rund 100 Lernende aus Gastronomie, Hotellerie und den Bündner Bergbahnen gingen dieser Frage am Montag, 7. September 2026 am 23. Forum für Lernende in Lenzerheide nach. Unter dem Titel «The fine Line – Use vs. Abuse» sprachen sie über Konsum und Sucht, hinterfragten das eigene Verhalten und erlebten mit Street-Art-Künstler Fabian «BANE» Florin, wie sich eine persönliche Geschichte auch mit Kunst erzählen lässt.
Sucht betrifft den Alltag junger Menschen
Alkohol gehört für viele zum gesellschaftlichen Leben. Andere Substanzen und Verhaltensweisen können ebenso selbstverständlich Teil des Alltags werden. Doch wo liegt die Grenze? Und woran erkennt man, dass Konsum problematisch wird?
Diesen Fragen näherten sich die Lernenden nicht mit Verboten und erhobenem Zeigefinger, sondern durch eigenes Erleben und offenen Austausch. Suchtexpertinnen vermittelten Wissen zu Sucht und Konsum. In interaktiven Workshops, Gruppenarbeiten und einem Rauschparcours reflektierten die Teilnehmenden ihr eigenes Verhalten und diskutierten darüber, was einen verantwortungsvollen Umgang ausmacht.
«Aufklärung ist wichtig, damit junge Menschen die Grenze zwischen Genuss, Missbrauch und Ab-hängigkeit erkennen und wissen, wie sie sich vor einer Suchterkrankung schützen können», sagt Margrith Meier, Suchtexpertin und Betriebsleiterin des Ambulatoriums Neumühle der Psychiatrischen Dienste Graubünden. «Problematisch wird es etwa, wenn Konsum dazu dient, unangenehme Gefüh-le zu überdecken. Dann gilt: Frühzeitig Hilfe zu holen, ist eine Stärke und keine Schwäche.»
BANE spricht über seine eigene Geschichte
Wie schmal diese Grenze sein kann, zeigte Fabian «BANE» Florin. Der Bündner Street-Art-Künstler sprach vor den Lernenden offen über seine persönlichen Erfahrungen mit Abhängigkeit und darüber, welchen Platz die Kunst in seinem Leben einnimmt. Seine Geschichte machte ein Thema greifbar, das in Statistiken und Fachbegriffen schnell abstrakt werden kann.
«Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schnell eine Sucht das ganze Leben bestimmen kann», sagt Fabian «BANE» Florin. «Mir hat die Kunst geholfen, wieder Lebensfreude und ein Ziel zu finden. Wenn meine Geschichte junge Menschen dazu bringt, früher hinzuschauen und sich Hilfe zu holen, dann hat es sich gelohnt, sie zu erzählen.»
Nach dem Gespräch wurde es praktisch: Gemeinsam mit BANE und seiner Crew griffen die Lernenden im Graffiti-Workshop zur Spraydose. Im Mocktail-Workshop mixten sie, begleitet von Studieren-den der EHL Passugg und dem Team des Hotel Schweizerhof Lenzerheide, alkoholfreie Cocktails und lernten verschiedene Zutaten und Zubereitungstechniken kennen.
Seit 23 Jahren ein Forum für den Berufsnachwuchs
Das Forum für Lernende bringt seit über zwei Jahrzehnten junge Berufsleute aus Gastronomie, Hotellerie und Bergbahnen zusammen. Neben aktuellen gesellschaftlichen Themen stehen der Austausch über Berufsgrenzen hinweg und gemeinsame Erlebnisse im Mittelpunkt.
Organisiert wird der Anlass von GastroGraubünden, HotellerieSuisse Graubünden und Bergbahnen Graubünden. Das Forum ist Teil der gemeinsamen Nachwuchsförderung der drei Branchenverbände und war auch 2026 mit über 100 Teilnehmenden sehr gut besucht.
Ein solcher Anlass wäre ohne Sponsoren und Gönner nicht möglich. Herzlichen Dank für die Unterstützung!
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