Die Bündner Gastronomie fordert eine faire Entschädigung

Mit der Gastro-Demo in Chur forderten am 23. Dezember 2020 rund 250 Gastronomen und Lieferanten, dass die Politik Verantwortung für ihre Entscheide übernimmt und direkt und indirekt betroffene Betriebe fair für den entstandenen Schaden entschädigt. Deutschland und Österreich machen es vor.

Die Einschränkungen und Massnahmen zum Schutz vor Covid-19 treffen die Hotellerie und Gastro-nomie, deren Lieferanten, sowie die zahlreichen Mitarbeiter und deren Familien mit grosser Härte. Die wirtschaftliche und finanzielle Situation in Graubünden war für viele Betriebe und Selbständiger-werbende schon vor dem zweiten Lockdown arg angespannt. Die aktuelle Schliessung vom 5. De-zember 2020 bis 22. Januar 2021 in Graubünden führt bei zahlreichen Gastronomie-Betrieben zu ernsthaften finanziellen Problemen und bedroht die Existenz der Unternehmer sowie ihrer Mitarbei-tenden und Lieferanten. Alleine in der Gastronomie gehen in dieser Zeit rund 200 Mio. Franken an Umsatz verloren.

Das Gastgewerbe hat die Grenze des wirtschaftlich Tragbaren überschritten und ist akut bedroht. GastroGraubünden erhält täglich zahlreiche Anrufe von verzweifelten Mitgliedern, die berichten, dass ihre Reserven aufgebraucht seien. Ihr Unmut ist sehr gross.

In keinen anderen Bereich griff der Staat so stark ein, obschon aus epidemiologischer Sicht andere Massnahmen ebenso ratsam gewesen wären. Nichtsdestotrotz anerkennen wir den Ernst der Lage und tragen die diversen Einschränkungen seit Beginn an mit. Aber jetzt folgt der Moment, wo der Bundesrat und die Kantone bei der finanziellen Entschädigung genauso schnell handeln müssen.

GastroGraubünden und seine Mitglieder und Lieferanten appellieren an die Regierung des Kantons Graubünden sie nicht sitzen zu lassen, sondern sich entschlossen und umgehend der Rettung des Gastgewerbes anzunehmen. Unkomplizierte und vor allem schnelle finanzielle Unterstützung in Form von à-fonds-perdu-Beiträgen ist jetzt dringend notwendig. Mit dieser Forderung steht GastroGrau-bünden in erster Linie für die Betriebe ein, die vor der Coronakrise gesund waren, funktioniert haben und wichtige und sichere Arbeitsplätze bieten. Auch gesunde Betriebe sind akut gefährdet. Diese dürfen wir nicht verlieren! Die Kurzarbeitsentschädigung und der Härtefallfonds von Bund und Kanton werden jedoch bei weitem nicht ausreichen, um diese Betriebe zu retten.

Mit der Gastro-Demo heute in Chur haben die Gastronomen ihre Forderungen persönlich an Regie-rungsrat Marcus Caduff überreicht. GastroGraubünden fordert:

  • die Entschädigung in Form von à-fonds-perdu-Beiträgen für den durch die Einschränkungen und den Lockdown entstandenen Umsatzausfall und dies zu 100%;
  • die Erstattung der entstanden Kosten für die Umsetzung der Schutzmassnahmen des Bran-chen-Schutzkonzepts;
  • die Erstattung von verderblichen Lebensmitteln und Getränken. Hier gilt es zu beachten, dass zahlreiche Berggastronomen bereits im September vor dem ersten Schnee ihre Keller füllen mussten. Da geht es nicht nur mehr um Frischwaren, sondern auch um Getränke und mittelfristig haltbare Lebensmittel, die ab Ende Januar nicht mehr verkauft werden können;
  • das Aussetzen von Verzugszinsen und Gewährung von Zahlungsaufschüben bei Kantons- sowie Bundessteuern sowie weiteren Gebühren;
  • schnelles und unbürokratisches Handeln auf Ebene des Kantons sowie des Bundes.

Nichts oder zu wenig tun wäre nicht kostenlos und würde sich volkswirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell rächen. Der Bundesrat hat gesagt, die epidemiologische Situation sei besorgniserre-gend. Aber das gilt auch für die finanzielle Situation im Gastgewerbe. Hinter jedem Gastronomen stehen zahlreiche Mitarbeitende und Lieferanten mit ihren Familien!

Die Wertschöpfungskette ist lang – es betrifft uns alle!
 

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